Wie sich die Anforderungen an modernes Webdesign verändern

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend die Art und Weise, wie wir das Internet nutzen. Während wir uns bislang vor allem damit beschäftigt haben, wie Unternehmen in Suchmaschinen und KI-generierten Antworten sichtbar bleiben, zeichnet sich bereits die nächste Entwicklung ab. KI-Systeme sollen künftig nicht mehr nur Informationen recherchieren und zusammenfassen, sondern auch selbstständig Aufgaben auf Websites übernehmen können.

Das klingt zunächst nach Zukunftsmusik, doch die technischen Grundlagen dafür werden bereits entwickelt. Für Unternehmen stellt sich damit eine neue Frage: Wie muss eine Website aufgebaut sein, damit sie nicht nur von Menschen, sondern auch von KI-Agenten verstanden und zuverlässig bedient werden kann?

Von der klassischen Suche zum digitalen Assistenten

Wer heute eine Dienstleistung sucht, recherchiert in der Regel selbst. Man besucht verschiedene Websites, vergleicht Angebote, liest Bewertungen und nimmt schliesslich Kontakt mit einem Unternehmen auf. KI-gestützte Suchsysteme haben diesen Prozess bereits verändert, indem sie Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen und direkt auf Fragen antworten.

KI-Agenten gehen einen Schritt weiter. Sie sollen nicht nur Informationen liefern, sondern innerhalb vorgegebener Grenzen auch konkrete Aufgaben ausführen können. Dazu gehört beispielsweise, verfügbare Termine zu prüfen, Angebote miteinander zu vergleichen oder eine Buchung vorzubereiten.

Für den Nutzer könnte das bedeuten, dass er künftig nicht mehr selbst mehrere Websites besuchen und Formulare ausfüllen muss. Stattdessen beschreibt er seinem digitalen Assistenten, was er benötigt, und dieser übernimmt einen Teil der Arbeit.

Allerdings befinden sich viele dieser Möglichkeiten noch in der Entwicklung. Wie zuverlässig KI-Agenten unterschiedliche Websites bedienen können und wie schnell sich solche Anwendungen im Alltag durchsetzen werden, lässt sich derzeit noch nicht abschliessend beurteilen.

Was eine Website für KI-Agenten verständlich macht

Google beschäftigt sich inzwischen ausdrücklich mit sogenannten «Agent-Ready Websites». Gemeint sind Websites, deren Inhalte und Funktionen so aufgebaut sind, dass automatisierte Systeme sie möglichst zuverlässig interpretieren und bedienen können.

Interessant ist dabei, dass viele der technischen Empfehlungen keineswegs neu sind. Sie gehören seit Langem zu den Grundlagen professioneller Webentwicklung. Dazu zählen eine nachvollziehbare Seitenstruktur, semantisch korrektes HTML, eindeutig beschriftete Schaltflächen und Formulare sowie eine verständliche Navigation.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht den Unterschied: Eine grafisch gestaltete Schaltfläche kann für einen menschlichen Besucher problemlos erkennbar sein. Fehlt ihr jedoch eine korrekte technische Auszeichnung, muss ein automatisiertes System ihre Funktion möglicherweise erst aus dem visuellen Zusammenhang ableiten. Wird dagegen ein passendes HTML-Element mit einer eindeutigen Beschriftung verwendet, lässt sich seine Funktion wesentlich zuverlässiger erkennen.

Es geht also nicht darum, Websites ausschliesslich für Maschinen zu gestalten. Vielmehr profitieren Menschen und automatisierte Systeme häufig von denselben technischen und konzeptionellen Grundlagen.

Informationsarchitektur und Nutzerführung gewinnen an Bedeutung

Eine gute Website beginnt nicht bei Farben, Bildern oder Animationen, sondern bei der Frage, welche Informationen ein Besucher benötigt und wie er möglichst einfach zu seinem Ziel gelangt. Diese Überlegungen bilden die Grundlage der Informationsarchitektur und damit auch einer funktionierenden Nutzerführung.

Gerade bei umfangreicheren Unternehmenswebsites zeigt sich, wie wichtig eine klare Struktur ist. Leistungen müssen verständlich beschrieben, Inhalte sinnvoll miteinander verknüpft und Kontaktmöglichkeiten leicht auffindbar sein. Was für einen menschlichen Besucher bereits mühsam ist, kann für ein automatisiertes System ebenfalls zum Problem werden.

Hinzu kommt die technische Umsetzung. Werden wichtige Informationen ausschliesslich über komplexe Animationen oder ungewöhnliche interaktive Elemente zugänglich gemacht, kann das ihre Verarbeitung erschweren. Das bedeutet nicht, dass modernes Webdesign auf gestalterische Besonderheiten verzichten muss. Entscheidend ist vielmehr, dass Gestaltung und Funktion zusammenarbeiten.

Aus meiner Sicht liegt genau darin eine der wichtigsten Aufgaben professionellen Webdesigns: Eine Website soll eigenständig und visuell überzeugend sein, ohne dabei unnötig kompliziert zu werden.

Welche Bedeutung hat diese Entwicklung für Sie als Unternehmer?

Für kleinere und mittlere Unternehmen stellt sich verständlicherweise die Frage, ob sie ihre bestehenden Websites nun bereits auf KI-Agenten ausrichten müssen. Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht, denn die Anforderungen hängen stark vom jeweiligen Geschäftsmodell ab.

Ein regionaler Handwerksbetrieb benötigt beispielsweise in erster Linie eine Website, auf der seine Leistungen, sein Einzugsgebiet und seine Referenzen klar erkennbar sind. Ein Architekturbüro sollte seine Projekte und Spezialisierungen nachvollziehbar präsentieren, während bei einem Dienstleistungsunternehmen mit Online-Terminbuchung auch die technische Zugänglichkeit des Buchungssystems eine wichtige Rolle spielt.

In allen Fällen gilt, dass verständliche Inhalte und eine saubere technische Struktur bereits heute Vorteile bieten. Sie erleichtern potenziellen Kunden die Orientierung, unterstützen die Suchmaschinenoptimierung und schaffen zugleich bessere Voraussetzungen für zukünftige Anwendungen.

Für Unternehmen in der Ostschweiz und der Bodenseeregion bedeutet das vor allem, die eigene Website nicht isoliert als digitale Visitenkarte zu betrachten, sondern als einen Bestandteil der gesamten Unternehmenskommunikation und Kundengewinnung.

Barrierefreiheit wird auch aus technischer Sicht interessanter

Ein weiterer Aspekt ist die digitale Barrierefreiheit. Websites, die sich mit der Tastatur bedienen lassen, über korrekt ausgezeichnete Formulare verfügen und eine nachvollziehbare Seitenstruktur besitzen, sind für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen besser zugänglich.

Viele dieser Eigenschaften können auch KI-Agenten helfen. Automatisierte Systeme nutzen unter anderem Informationen aus dem HTML-Dokument und dem sogenannten Accessibility Tree, um Bedienelemente und deren Funktionen zu erkennen.

Damit erhält Barrierefreiheit eine zusätzliche technische Bedeutung. Sie verbessert nicht nur die Zugänglichkeit für Menschen, sondern kann auch die maschinelle Interpretierbarkeit einer Website unterstützen.

Allerdings sollte man daraus nicht schliessen, dass eine barrierefreie Website automatisch von jedem KI-Agenten problemlos bedient werden kann. Die eingesetzten Technologien unterscheiden sich erheblich, und gerade bei komplexen Abläufen bestehen weiterhin Einschränkungen.

Müssen Websites künftig spezielle KI-Schnittstellen besitzen?

Neben der automatisierten Bedienung klassischer Websites entstehen neue technische Ansätze, bei denen KI-Agenten direkt mit digitalen Diensten kommunizieren können. Ein Beispiel dafür ist das Universal Commerce Protocol, das standardisierte Abläufe für bestimmte Handels- und Buchungsprozesse ermöglichen soll.

Solche Entwicklungen sind insbesondere für Onlineshops, Buchungsplattformen und Unternehmen mit umfangreichen digitalen Dienstleistungen interessant. Für eine klassische KMU-Website sind entsprechende Schnittstellen derzeit jedoch nicht grundsätzlich erforderlich.

Wichtiger erscheint mir, bei neuen Websites und Relaunches auf eine solide technische Basis zu achten. Dazu gehören etablierte Webstandards, eine nachvollziehbare Inhaltsstruktur und Systeme, die sich bei Bedarf erweitern lassen.

Nicht jede technologische Neuerung rechtfertigt sofort eine Investition. Entscheidend ist, welche Entwicklung für das eigene Unternehmen tatsächlich einen Nutzen bringt.

Warum gutes Webdesign weiterhin mehr ist als Technik

Bei aller Begeisterung für neue KI-Technologien sollte nicht vergessen werden, welche Aufgaben eine Unternehmenswebsite eigentlich erfüllen muss. Sie soll informieren, Vertrauen schaffen, Leistungen verständlich präsentieren und potenzielle Kunden von einem Unternehmen überzeugen.

Dafür reicht eine technisch einwandfreie Website allein nicht aus. Auch die visuelle Gestaltung, die Bildsprache, die Qualität der Inhalte und die Wiedererkennbarkeit einer Marke spielen eine wesentliche Rolle.

Gerade wenn KI-Systeme künftig einen Teil der Recherche und Vorauswahl übernehmen, könnte der direkte Besuch einer Unternehmenswebsite stärker mit einer konkreten Kauf- oder Kontaktentscheidung verbunden sein. Umso wichtiger wird es, dass Besucher dort einen glaubwürdigen und professionellen Eindruck gewinnen.

Die Herausforderung besteht deshalb darin, technische Anforderungen, Nutzerfreundlichkeit und individuelle Gestaltung sinnvoll miteinander zu verbinden. Eine Website muss nicht jedem Trend folgen, sollte aber so konzipiert sein, dass sie sich an veränderte Anforderungen anpassen lässt.

Fazit: Zukunftsfähiges Webdesign beginnt bei den Grundlagen

KI-Agenten könnten die Nutzung des Internets in den kommenden Jahren deutlich verändern. Während Suchmaschinen und KI-Antwortsysteme Informationen bereitstellen, sollen digitale Assistenten zunehmend auch konkrete Aufgaben übernehmen.

Für Unternehmen bedeutet das jedoch nicht, dass sie ihre Websites vollständig neu entwickeln müssen. Viele der Voraussetzungen für eine bessere maschinelle Verständlichkeit gehören bereits heute zu den Qualitätsmerkmalen einer professionell gestalteten Website.

Eine klare Informationsarchitektur, verständliche Inhalte, barrierearme Bedienung und eine technisch saubere Umsetzung sind deshalb keine kurzfristigen Trends, sondern langfristig sinnvolle Investitionen.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, Websites so zu gestalten, dass sie für Menschen überzeugend bleiben und gleichzeitig offen für neue technische Möglichkeiten sind.

Ihre Website langfristig weiterentwickeln

Ob Website-Relaunch, Optimierung der Nutzerführung oder technische Weiterentwicklung: Entscheidend ist eine Lösung, die nicht nur aktuellen Anforderungen entspricht, sondern auch langfristig zum Unternehmen und seinen Zielen passt.

DESIGN & ARCHITEKTUR unterstützt Unternehmen in der Ostschweiz und am Bodensee bei der Konzeption, Gestaltung und Weiterentwicklung professioneller Websites – mit einem ganzheitlichen Blick auf Design, Technologie, Sichtbarkeit und Markenwirkung.